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Ratgeber · Geräte-Pflege

Gartenschere schärfen, reinigen, desinfizieren: Anleitung

·Von Bastian Saupe

Gartenschere schärfen und reinigen: zerlegen, Harz lösen, mit Alkohol desinfizieren, nur die Schneide schleifen, Grat abziehen, fetten und Klinge tauschen.

FELCO-Ersatzklinge 2/3 in der Blisterverpackung mit Aufdruck „Swiss Made“ und den passenden Scherenmodellen

Recherchiert von

Bastian Saupe· Gründer & Aggregator-Redaktion

Bastian Saupe betreibt mehrere unabhängige Aggregator-Recherche-Sites zu Konsumenten-Themen — darunter deinkuechenbegleiter.de und deingartenbegleiter.de. Gemeinsame Methodik aller Sites: systematische Auswertung von Stiftung Warentest, ETM Testmagazin, Spezialist-Reviews (Selbst-ist-der-Mann, mein-schoener-garten.de, gartenjournal.net) und Langzeit-Käufer-Berichten aus Amazon DE und Foren wie garten-pur.de. Keine Eigentests, keine bezahlten Kooperationen, keine Hersteller-Muster. Jede Empfehlung ist mit Original-Quelle verlinkt. Sein Skill ist nicht spezielle Garten-Praxis-Expertise, sondern strukturierte Test-Auswertung — diese Methodik gilt konsistent über alle seine Sites.

  • Seit 2019 systematische Auswertung von Stiftung-Warentest- und ETM-Testmagazin-Reports
  • Über 1.000 verifizierte Test-Aussagen in deingartenbegleiter.de pro Saison aggregiert
  • Methodik dokumentiert auf der Methodik-Seite mit Quellen-Hierarchie

Veröffentlicht: · Aktualisiert: · Lesezeit ca. 20 Min.

Eine Gartenschere, die quetscht statt schneidet, ist in vielen Fällen gar nicht stumpf. Häufiger kleben Pflanzensaft und Harz auf Klinge und Gegenklinge, das Gelenk ist trocken, das Spiel zwischen den Klingen hat sich vergrößert oder Flugrost bremst die Bewegung. Wer in dieser Lage sofort zum Schleifstein greift, schleift Schmutz in die Schneide und verschenkt Material. FELCO formuliert es in seiner Pflegeanleitung ohne Umschweife: „Never sharpen a dirty blade“, also: niemals eine schmutzige Klinge schärfen.

Diese Anleitung folgt deshalb einer festen Reihenfolge: zerlegen, reinigen, Harz lösen, entrosten, desinfizieren, schärfen, entgraten, fetten und einstellen. Sie stützt sich auf die Pflegehinweise der Hersteller FELCO, Gardena und LÖWE, die FAQ der Stiftung Warentest und den von test.de übernommenen Gartenscheren-Test des Schweizer K-Tipp, die Empfehlungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zur Desinfektion bei Feuerbrand sowie auf die Gartenakademien in Rheinland-Pfalz und Bayern. Ausprobiert oder gemessen haben wir nichts davon selbst; wo sich die Quellen widersprechen, steht das im Text.

Welches Schärfwerkzeug sich für welches Gartengerät eignet, von der Heckenschere bis zur Axt, behandelt der Vergleich der Werkzeug-Schärfer. Hier geht es ausschließlich um die Hand- und Astschere und darum, wie sie Schritt für Schritt wieder sauber schneidet.

Ablauf der Scherenpflege in sieben Schritten Flussdiagramm: 1 Zerlegen, 2 Schmutz und Harz lösen, 3 Flugrost abnehmen, 4 Desinfizieren, 5 Schneide schärfen, 6 Grat abziehen, 7 Fetten und Spiel einstellen. Geschärft wird erst nach dem Reinigen, weil FELCO davon abrät, eine schmutzige Klinge zu schärfen. 1 Zerlegen Feder ab, Teile ordnen 2 Schmutz, Harz bürsten, einweichen 3 Flugrost Schleifvlies, fein 4 Desinfizieren Alkohol, kein Schnaps 5 Schneide schärfen nur die Fase 6 Grat abziehen ein flacher Zug 7 Fetten, einstellen Gelenk, Feder, Spiel Erst reinigen, dann schärfen: FELCO rät davon ab, eine schmutzige Klinge zu schärfen.

Schnelldiagnose am Gartentisch: welches Symptom welchen Schritt verlangt

Bevor die Schere zerlegt wird, lohnt ein kurzer Blick auf das Problem. Nicht jede Beschwerde lässt sich mit dem Stein lösen, und manche lässt sich gar nicht mehr selbst beheben. Die Tabelle ordnet typische Symptome den Ursachen zu, die die Quellen nennen.

Symptom Wahrscheinliche Ursache laut Quellen Was hilft
Schere klebt, öffnet träge Harz, Pflanzensaft, Schmutz, fehlendes Öl (Stiftung Warentest) Schritte Reinigen und Fetten
Schneiden kostet mehr Kraft als früher abgestumpfte Schneide (FELCO) Schritt Schärfen
Schnitt quetscht oder franst bei scharfer Klinge Spiel zu groß (FELCO); bei Amboss-Scheren oft verschmutzter Amboss (Stiftung Warentest) Spiel einstellen, Amboss reinigen
Amboss-Schere quetscht trotz sauberem Amboss funktionsbedingter Verschleiß mit dem Alter (Gartenakademie Rheinland-Pfalz) Ersatzteile prüfen
Rostflecken auf der Klinge Feuchtigkeit, zu wenig Öl (FELCO) Schritt Flugrost, danach ölen
Schere verkantet, klemmt oder hakt verschlissene Teile (LÖWE) Ersatzteile tauschen
Kerben, Ausbrüche, ballige Innenseite Schneide verschlissen (Gardena, Stiftung Warentest) Ersatzklinge
Schere war den Winter über draußen Rost und Feuchtigkeit (FELCO) komplett zerlegen, abbürsten, fetten, einstellen

Wer sich hier wiederfindet, weiß, welche Abschnitte er überspringen kann. Für eine vollständige Saisonpflege lohnt sich trotzdem der ganze Durchgang, idealerweise in den ruhigen Wintermonaten. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt in ihrem GartenCast zum Obstbaumschnitt ausdrücklich, diese Zeit zu nutzen, um Gartengeräte zu reinigen und zu ölen und Scheren und Messer dabei auch zu schärfen und zu desinfizieren.

Bevor die erste Schraube gelöst wird: Bauart, Beschichtung, Unterlage

Drei Fragen sollten vor dem Zerlegen geklärt sein, weil sie über den Rest der Arbeit entscheiden.

Bypass oder Amboss? Bei der Bypass-Schere gleitet die Schneidklinge wie bei einer Haushaltsschere an einer Gegenklinge vorbei. Bei der Amboss-Schere trifft eine Klinge auf eine flache Auflage. Das bestimmt, welche Fläche später geschärft wird und welche tabu ist. Ein Blick auf die geschlossene Schere genügt: Liegen die Klingen nebeneinander, ist es eine Bypass-Schere; drückt die Klinge auf eine Platte, eine Amboss-Schere.

Ist die Klinge beschichtet? Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass eine Beschichtung beim Schleifen leidet, und rät, unbedingt die Hinweise des Anbieters zu beachten. Antihaft- oder Farbbeschichtungen erkennt man häufig an einer matten, dunklen oder farbigen Oberfläche. Im Zweifel gibt die Gebrauchsanleitung Auskunft.

Gibt es eine Herstellervorgabe? FELCO legt den Scheren eine Karte zum Einstellen bei, LÖWE hat eine klare Meinung zum Schärfwerkzeug, Gardena verkauft Klingen einzeln. Wer die Anleitung seiner Schere noch hat, legt sie bereit. Bei LÖWE steht die Produktnummer, die man für Ersatzteile braucht, laut Hersteller auf der Innenseite des Griffs.

Für den Arbeitsplatz genügt ein Tisch mit fester, unempfindlicher Unterlage, gutes Licht und ein Lappen, auf dem die Kleinteile in der Reihenfolge des Ausbaus liegen. Schutzhandschuhe empfehlen FELCO und Gardena ausdrücklich; eine frisch geschärfte Scherenklinge schneidet Haut genauso mühelos wie einen Trieb.

Schritt 1: Die Schere zerlegen, ohne Teile zu verlieren

Gardena rät, die Schere zum Schärfen wenn möglich zu zerlegen und die Feder zu entfernen. Das hat zwei Vorteile: Die Klinge lässt sich flach auflegen und rundum bearbeiten, und an den Gelenkflächen kommt man an den Schmutz, der sich dort sammelt. Bei den meisten hochwertigen Scheren genügt ein passender Schraubendreher oder Schlüssel.

Beim Zerlegen hilft eine einfache Regel: Jedes Teil wird in der Reihenfolge, in der es abgenommen wird, von links nach rechts auf den Lappen gelegt. Unterlegscheiben, Muttern und kleine Federn verschwinden sonst schneller, als man denkt. Ein Handyfoto vor dem Zerlegen erspart beim Zusammenbau das Rätseln, welche Seite einer Scheibe nach oben gehörte.

Nicht jede Schere ist zum Zerlegen gedacht. Manche Modelle sind vernietet, dann bleibt es bei der Reinigung im zusammengebauten Zustand. Das ist kein Drama: Auch eine Schere, die sich nicht zerlegen lässt, kann gereinigt, desinfiziert, an der Schneide nachgezogen und geölt werden. Nur an den Gelenkflächen bleibt dann mehr Schmutz zurück.

Schritt 2: Erde, Pflanzensaft und Harz lösen

Die Stiftung Warentest beschreibt die Reinigung in drei Stufen. Groben Schmutz zuerst abkratzen, feineren mit Metallbürste, fließendem Wasser und Lappen entfernen. LÖWE nennt für seine Scheren Haushaltsbürste, Tuch und Seifenwasser. Wichtig ist bei jeder Variante, die Teile danach gründlich zu trocknen; Gardena erinnert daran, dass Feuchtigkeit Rost fördert.

Harz ist die hartnäckigste Verschmutzung, und für sie nennen die Quellen auffallend unterschiedliche Mittel:

  • Gardena löst Harzrückstände mit etwas Kriechöl oder Spiritus.
  • FELCO empfiehlt einen biologisch abbaubaren Reiniger oder Harzlöser.
  • Stiftung Warentest berichtet, dass manche Anbieter Waschbenzin oder Olivenöl empfehlen.

Alle drei Wege funktionieren nach demselben Prinzip: Das Mittel weicht den klebrigen Belag auf, danach wird er abgewischt. Spiritus und Waschbenzin sind brennbar und gehören nicht in die Nähe offener Flammen; Olivenöl ist unbedenklich, muss aber vor dem Desinfizieren wieder gründlich entfernt werden, damit der Alkohol das Metall erreicht. Welche Harz- und Rostlöser es im Handel gibt und was sie laut Hersteller enthalten, vergleicht der Ratgeber zu Harz- und Rostlösern.

Besonders viel Belag sammelt sich typischerweise dort, wo die Klingen sich berühren: an der Innenseite der Gegenklinge bei Bypass-Scheren und auf dem Amboss. Die Stiftung Warentest nennt einen verschmutzten Amboss als einfachste mögliche Ursache für ein unsauberes Schnittbild bei Amboss-Scheren. Ein gründlich gereinigter Amboss löst das Problem manchmal schon, bevor überhaupt ein Stein zum Einsatz kommt.

Schritt 3: Flugrost entfernen, ohne die Schneide zu verrunden

Leichter Flugrost ist auf Stahlklingen kein Zeichen von schlechter Qualität. FELCO schreibt selbst, dass die eigenen Stahlklingen in feuchter oder salzhaltiger Umgebung normalerweise rosten. Entscheidend ist, ihn früh zu entfernen.

Die Quellen nennen dafür feine Werkzeuge. Die Stiftung Warentest rät zu feinkörnigem Schmirgelpapier oder Schleifvlies, FELCO zu feiner Stahlwolle, Gardena zu angefeuchteter Stahlwolle. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz empfiehlt, die Klinge regelmäßig mit Lappen und feinem Schleifpapier zu reinigen. Gröberes Werkzeug ist auf den Flächen einer Schere fehl am Platz, weil es Riefen hinterlässt, in denen sich später erneut Feuchtigkeit und Schmutz sammeln.

Eine Vorsicht gilt der Schneidkante selbst. Wer mit Schleifpapier über die Kante reibt, rundet sie ab und macht sie stumpfer, als sie vorher war. Gearbeitet wird deshalb flächig und parallel zur Schneide, die Kante selbst bleibt dem Schärfstein vorbehalten. Ist der Rost tiefer eingefressen und die Klinge bereits narbig, hilft Abschleifen nur begrenzt. Dann ist es ein Fall für die Ersatzklinge.

Schritt 4: Desinfizieren mit Alkohol, Spiritus oder kochendem Wasser

Desinfektion ist der Schritt, der bei der Scherenpflege am häufigsten vergessen wird, und der, bei dem die Quellen am weitesten auseinanderliegen. Die folgende Tabelle stellt die Empfehlungen nebeneinander.

Quelle Mittel Einwirkzeit Hinweis
Landwirtschaftskammer NRW 70-prozentiger Alkohol 1 Minute Schnittwerkzeuge nach dem Schnitt desinfizieren (Feuerbrand)
LfL Bayern z. B. 70-prozentiger Alkohol keine Angabe Schere, Säge u. a. nach Gebrauch desinfizieren (Feuerbrand)
Stiftung Warentest Reinigungsalkohol oder Spiritus; alternativ kochendes Wasser etwa 10 Minuten einlegen; im kochenden Wasser etwas kürzer kochendes Wasser kann Kunststoffgriffe beschädigen
Gardena hochprozentiger Alkohol (Spiritus) oder Desinfektionsmittel; alternativ kochendes Wasser abwischen; im kochenden Wasser 10 Minuten Metallteile ins Wasser, nicht die Griffe
FELCO 70-prozentiger Isopropylalkohol, Haushalts-Desinfektionsspray oder Bleiche 1:9 verdünnt keine Angabe Bleiche ist korrosiv, danach sofort trocknen und ölen

Einen Punkt spricht die Stiftung Warentest ausdrücklich aus: Handdesinfektionsmittel und Schnaps eignen sich nicht, weil sie die Klingen nicht gründlich genug desinfizieren. FELCO bevorzugt Isopropylalkohol, weil er schnell verdunstet und die Klinge weniger korrosiv belastet als andere Mittel.

Wie passen eine Minute und zehn Minuten zusammen? Die Angaben stammen aus unterschiedlichen Situationen. Die Pflanzenschutzdienste beschreiben, was nach dem Schnitt erkrankter Gehölze geschehen muss, also eine Desinfektion, die man vor Ort mit einer Flasche Alkohol und einem Lappen erledigen kann. Die Stiftung Warentest beschreibt die gründliche Grundreinigung zu Hause, bei der die zerlegte Schere in ein Gefäß mit Alkohol gelegt wird. Unsere Lesart ist deshalb: Für die jährliche Grundpflege das längere Einlegen, für den schnellen Wechsel zwischen Gehölzen das Benetzen mit 70-prozentigem Alkohol und eine Minute Wartezeit.

Wann desinfiziert wird, beschreibt die Stiftung Warentest so: wenigstens einmal im Jahr, etwa vor dem größeren Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, und immer dann, wenn erkrankte Pflanzenteile geschnitten wurden. Gardena nennt den ersten Schnitt der Saison und den Schnitt kranken Holzes. Nach der Desinfektion wird die Schere gut getrocknet; bei Bleiche ist das laut FELCO besonders wichtig, weil sie das Metall angreift.

Feuerbrand und kranke Gehölze: wann Desinfektion keine Kür ist

Bei bestimmten Pflanzenkrankheiten wird die Schere selbst zum Überträger. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft schreibt zum Feuerbrand, einer Krankheit an Obst- und Ziergehölzen, dass mit Schnittwerkzeugen „innerhalb kurzer Zeit ganze Bestände verseucht werden“ können. Die verwendeten Geräte, also Schere, Säge und andere, seien nach Gebrauch zu desinfizieren, zum Beispiel mit 70-prozentigem Alkohol. Mit befallenen Pflanzen dürfen außerdem keine anderen Wirtspflanzen berührt werden.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen formuliert es als Pflicht: Verwendete Schnittwerkzeuge müssen nach dem Schnitt desinfiziert werden, mit 70-prozentigem Alkohol und einer Minute Einwirkzeit. Kranke Pflanzen sollen schnellstmöglich gerodet und vernichtet werden, durch Verbrennen oder im Plastiksack über die Mülldeponie. Die LfL ergänzt, dass befallenes Schnittgut nicht gehäckselt und kompostiert werden soll, weil sich der Erreger sonst weiterverbreiten kann; geringe Mengen können über den Restmüll entsorgt werden.

Für die Praxis heißt das: Wer an einem verdächtigen Baum geschnitten hat, desinfiziert die Schere, bevor er an die nächste Pflanze geht, und nimmt dafür eine kleine Flasche Alkohol und einen Lappen mit in den Garten. Bei einem Befallsverdacht ist der zuständige Pflanzenschutzdienst die richtige Anlaufstelle; Feuerbrand ist kein Fall für Selbstversuche.

Schritt 5: Die Schneide schärfen

Erst jetzt, an der sauberen, rostfreien und desinfizierten Klinge, kommt der Stein zum Einsatz. Die Anleitungen von FELCO, Gardena und LÖWE ergeben zusammen einen klaren Ablauf.

Stein vorbereiten. Gardena rät, den Schleifstein leicht anzufeuchten, die Stiftung Warentest spricht ebenfalls von einem angefeuchteten Schleifstein. Bei Diamantsteinen und Herstellerschärfern gilt die jeweilige Anleitung.

An die Fase anlegen. FELCO empfiehlt, den Winkel nicht nachzumessen, sondern den Stein flach auf die vorhandene, im Werk geschliffene Fase zu legen. So bleibt die Geometrie der Schneide erhalten. Wer dennoch eine Zahl sucht, findet bei den Herstellern unterschiedliche Angaben zwischen 15 und 30 Grad; sie sind im Schärfer-Vergleich gegenübergestellt.

In Schneidrichtung führen. Gardena beschreibt, die Klinge immer in Schneidrichtung zu führen, nie hin und her, und erst die grobe, dann die feine Seite des Steins zu verwenden. FELCO rät, den Stein dabei immer vom Körper weg zu bewegen. Gardena empfiehlt im Help Center, zuerst die Außenseite zu schärfen. LÖWE beschreibt für den eigenen Schärfer, die Klinge mehrmals ohne zu großen Druck abzuziehen.

Nur die richtige Fläche. Bei der Bypass-Schere wird ausschließlich die angeschrägte Seite der Schneidklinge bearbeitet. Die Gegenklinge bleibt unberührt, bei FELCO heißt es knapp, sie werde weder gefeilt noch geschärft. Bei der Amboss-Schere wird nur die Klinge geschärft, nie der Amboss; Gardena rät, den Amboss lediglich auf Beschädigungen zu prüfen. LÖWE empfiehlt, die Klinge von Amboss-Scheren auf beiden Seiten abzuziehen. Der Amboss selbst bleibt auch bei LÖWE unbearbeitet.

Mit welchem Werkzeug geschärft wird, hängt vom Hersteller ab. FELCO nennt die eigenen Steine 902 und 903, Gardena einen Schleifstein mit grober und feiner Seite. LÖWE rät für seine Scheren von herkömmlichem Schleifstein und Schleifmaschine ab und empfiehlt den eigenen Klingenschärfer oder eine Diamantfeile. Als Behelf nennt Gardena einen Haushaltstipp: die Schneide über die Unterseite einer Porzellan-Kaffeetasse oder Untertasse ziehen. Für das gelegentliche Nachziehen reicht das; für eine verrundete Schneide nicht.

Ein Wort zu Maschinen: Schleifbock und Winkelschleifer haben an einer Gartenschere nichts verloren. LÖWE warnt ausdrücklich vor der Schleifmaschine, und wer trotzdem eine benutzt, braucht laut DGUV-Information „Schleifen“ eine eng anliegende Schutzbrille, weil beim Trockenschleifen Teile herausgeschleudert werden können. Zudem kann die dünne Schneide einer Schere an der Maschine schnell überhitzen und dabei ihre Härte verlieren.

Schritt 6: Den Grat finden und mit einem Zug abnehmen

Beim Schärfen schiebt der Stein feinstes Material über die Schneidkante auf die Gegenseite. Dort entsteht ein hauchdünner, umgebogener Rand, der Grat. Man sieht ihn kaum, spürt ihn aber, wenn man mit der Fingerkuppe vorsichtig quer zur Schneide von der flachen Seite her über die Kante streicht, niemals entlang der Schneide.

Den Grat zu entfernen, ist ein eigener Arbeitsgang, und hier liegt der häufigste Fehler beim Scherenschärfen. FELCO beschreibt, den Grat auf der flachen Rückseite mit einem einzigen leichten Zug zu entfernen, und zwar so, dass dort keine Fase entsteht. Gardena formuliert es ähnlich: Die Innen- bzw. Unterseite wird nur wenige Male flach überzogen. Der Stein liegt dabei vollkommen flach auf der Innenseite, ohne jede Neigung.

Warum ist das so wichtig? Bei der Bypass-Schere gleitet die flache Innenseite der Schneidklinge dicht an der Gegenklinge vorbei. Ist diese Fläche nicht mehr eben, sondern leicht angeschrägt, entsteht beim Schnitt ein Spalt, in dem sich dünne Triebe verklemmen statt sauber durchtrennt zu werden. Gardena beschreibt, was bei stark verschlissenen Klingen passiert: Die eigentlich plane Innenseite ist „ballig geworden“, und dann hilft nur noch beidseitiges Nachschleifen, von dem Gardena wegen der fehlenden Härte abrät.

Schärfe prüfen, ohne sich zu schneiden

FELCO empfiehlt, beim Schärfen durchgehend Schutzhandschuhe zu tragen und sie nur für die abschließende Kantenprüfung kurz auszuziehen. Die sicherste Prüfung kommt aber ganz ohne Finger aus: Ein dünner, frischer Zweig oder ein Blatt Papier zeigt, ob die Schere sauber trennt. Gleitet die Klinge mühelos durch und hinterlässt eine glatte Schnittfläche, ist die Arbeit getan. Reißt oder knickt das Material, ist entweder noch ein Grat vorhanden oder die Schneide braucht weitere Züge auf der Fase.

Ein Prüfschnitt am Zweig verrät noch mehr. Bleibt eine Faser zwischen den Klingen hängen, obwohl die Schneide scharf wirkt, stimmt meist das Spiel nicht. Das ist der Moment für den nächsten Schritt.

Schritt 7: Gelenk fetten, Spiel einstellen, zusammenbauen

Nach dem Putzen gehört Öl an die Schere, darin sind sich alle Quellen einig. Die Stiftung Warentest begründet es doppelt: Öl schützt vor Rost und macht die Gelenke leichtgängig. FELCO spricht vom Fetten und rät, nach dem Winter alle Teile gut einzufetten; als eigenes Produkt nennt FELCO das synthetische, biologisch abbaubare Fett FELCO 990. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz nennt die beweglichen Teile, etwa Feder und Rollgriffachse, und weist auf Kombi-Sprays hin, die gleichzeitig reinigen und ölen. Einen Überblick über Pflegesprays und Öle für Gartengeräte gibt der Pflegespray-Vergleich.

Beim Zusammenbau werden die Teile in umgekehrter Reihenfolge wieder aufgesetzt. Gelenkschraube und Lagerflächen bekommen einen dünnen Film Fett oder Öl, die Feder ebenso. Überschüssiges Öl wird abgewischt, denn auf den Klingenflächen bindet es Staub und Pflanzenreste.

Dann folgt die Feineinstellung. Das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge entscheidet darüber, ob die Schere sauber schneidet. FELCO rät, es zu justieren, wenn der Schnitt nicht mehr sauber ist, und die Schere nach der Verpackungskarte einzustellen. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz zählt das Nachjustieren des Spiels zu den werterhaltenden Maßnahmen. Als Faustregel gilt: So fest, dass ein dünner Zweig oder ein Blatt Papier sauber durchtrennt wird, so locker, dass die Schere sich ohne Kraft öffnet und schließt. Ist die Schere schwergängig, rät die Stiftung Warentest, zuerst Rost und Schmutz zu entfernen und Öl einwirken zu lassen, bevor man an der Einstellung dreht.

Wenn Schärfen nicht mehr reicht: die Klinge tauschen

Irgendwann ist jede Schneide am Ende. Kerben vom Schnitt durch Draht, Ausbrüche von Steinen im Strauch oder eine Innenseite, die über Jahre ballig geschliffen wurde, lassen sich mit dem Stein nicht mehr retten. Gardena rät bei balliger Innenseite ausdrücklich vom beidseitigen Nachschleifen ab, auch weil die Klinge dabei an Härte verliert. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass viele Anbieter bei beschädigter Klinge eine Ersatzklinge anbieten, und die Gartenakademie Rheinland-Pfalz hält fest, dass sich bei guten Scheren Verschleißteile auswechseln lassen.

Bei den großen Marken ist das Teil des Konzepts. FELCO schreibt, Klingen, Federn und Ersatzteile seien austauschbar, und gewährt auf die geschmiedeten Aluminiumteile eine lebenslange Garantie. Gardena erklärt im Gartenmagazin, dass sich die Klingen von Gardena-Gartenscheren einzeln tauschen lassen. LÖWE bietet Ersatzteile einzeln oder als Set an und rät zum Tausch, wenn die Schere verkantet, klemmt oder hakt; die Federn sind laut LÖWE auf mindestens eine Million Schnitte getestet.

Der Tausch selbst folgt dem Zerlegen aus Schritt 1. Entscheidend ist die richtige Klinge: Die FELCO 2/3 passt laut Listing zu den Modellen 2, 4 und 11, das Gardena-Obermesser 8701 zur Premium-Gartenschere BP 30. Bei LÖWE führt die Produktnummer auf der Griff-Innenseite zum passenden Teil. Nach dem Einbau wird das Spiel neu eingestellt, denn eine neue Klinge sitzt selten exakt so wie die alte.

Wer keine Lust auf Schraubarbeit hat, kann die Schere auch in den Fachhandel geben. Gardena nennt das Schleifen im Fachgeschäft die „professionellste und nachhaltigste Lösung“, und die Stiftung Warentest erwähnt, dass manche Fachgeschäfte einen Schleif-Service anbieten. Gerade bei teuren Scheren ist das eine Überlegung wert, bevor man sich an einer verschlissenen Schneide versucht. Wer eine neue Schere sucht, findet sie im Vergleich der Bypass-Astscheren und im Astscheren-Vergleich.

Was der K-Tipp-Test über test.de für die Pflege bedeutet

Im April 2026 hat die Stiftung Warentest die Ergebnisse eines Gartenscheren-Tests übernommen, den ihr Schweizer Partner K-Tipp durchgeführt hat. Geprüft wurden zehn Gartenscheren. Testsieger ist die For Q Gartenschere Bypass, eine Hornbach-Eigenmarke; an ihr bildete sich im Labortest weder an der Klinge noch am Griff Rost. Auf Platz zwei landete die Felco 2, die nach dem Robustheitstest allerdings Rostflecken auf der Klinge zeigte. Als ungenügend bewertet wurden die Fiskars Bypass-Gartenschere M P321, die Gardena Comfort 8904 und die Wolf Garten Comfort Plus RR 2500; die Scheren von Gardena und Wolf Garten quetschten die Äste.

Für diese Anleitung sind zwei Befunde wichtig. Erstens: Auch eine Schere mit sehr gutem Ruf ist nicht rostfrei. Der Rostbefund bei der Felco 2 deckt sich mit FELCOs eigener Aussage, dass die Stahlklingen in feuchter Umgebung normalerweise rosten. Abwischen und Ölen nach dem Gebrauch ist bei diesen Scheren keine Kür. Zweitens: Ein gequetschter Schnitt ist kein Schönheitsfehler. Laut den Testern heilen ausgefranste Schnittflächen schlecht, und das erhöht das Risiko für Pilz- oder Bakterienbefall. Eine saubere, gut eingestellte Schneide schützt also die Pflanze.

Die Pflegetipps, die test.de zum Test gibt, fassen diese Anleitung in drei Sätzen zusammen: nach jedem Gebrauch mit einem trockenen Tuch abwischen, mindestens einmal im Jahr mit Reinigungsalkohol desinfizieren und nach dem Putzen etwas ölen.

Der Pflegerhythmus einer Gartenschere über das Jahr

Aus den Quellen lässt sich ein Rhythmus ableiten, der ohne erfundene Intervalle auskommt.

Nach jedem Einsatz. Die Stiftung Warentest rät, die Schere mit einem trockenen Tuch abzuwischen. FELCO empfiehlt, sie nach jedem Gebrauch abzuwischen und zu fetten. Wer an kranken Pflanzen geschnitten hat, desinfiziert zusätzlich.

Nach langen Schnitttagen. FELCO empfiehlt im Pflege-Blog, nach einigen Stunden intensiver Nutzung kurz nachzuschärfen. In den FAQ relativiert FELCO das: Ein echtes Nachschärfen sei im Allgemeinen nicht erforderlich, erst bei vielen Federdrähten oder sehr harten Materialien nach 500 Schnitten. Gemeint ist im Blog also eher ein kurzes Nachziehen als ein kompletter Schärfgang.

Einmal pro Saison. FELCO rät zu einer vollen Wartung mindestens einmal pro Saison, die Stiftung Warentest zur Desinfektion wenigstens einmal im Jahr, etwa vor dem größeren Rückschnitt im zeitigen Frühjahr. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt dafür die arbeitsarmen Wintermonate.

Vor der Winterpause. Gardena rät, die Klingen einzuölen und die Schere geschlossen und trocken aufzubewahren, etwa an einem Haken in Garage oder Gartenhaus. FELCO empfiehlt, Werkzeuge trocken und hängend zu lagern und für die Saisonlagerung bei Bedarf Silicagel-Beutel gegen Feuchte zu nutzen. Hat eine Schere den Winter doch draußen verbracht, rät FELCO, sie mit Drahtbürste oder Rostentferner abzubürsten, zu zerlegen, alle Teile gut einzufetten und nach der Karte neu einzustellen. Wie man die übrigen Geräte über den Winter bringt, beschreibt der Ratgeber Gartengeräte winterfest machen.

Sieben Handgriffe, die eine gute Schere ruinieren

Zum Schluss die Fehler, vor denen die Quellen ausdrücklich warnen oder die sich aus ihren Anleitungen ergeben:

  1. Eine schmutzige Klinge schärfen. FELCO rät klar davon ab; Harz und Sand landen sonst in der Schneide.
  2. Die Gegenklinge oder den Amboss schärfen. FELCO, Gardena und LÖWE lassen diese Teile unbearbeitet.
  3. Auf der flachen Seite eine Fase schleifen. Der Grat wird mit einem flachen Zug entfernt, nicht mit angewinkeltem Stein.
  4. Den Stein hin und her reiben. Gardena beschreibt ausdrücklich das Führen in Schneidrichtung, nie hin und her.
  5. Beschichtete Klingen ohne Herstellerfreigabe schleifen. Laut Stiftung Warentest leidet die Beschichtung.
  6. Mit Handdesinfektionsmittel oder Schnaps desinfizieren. Beides reicht laut Stiftung Warentest nicht aus; Bleiche ohne sofortiges Trocknen und Ölen greift laut FELCO das Metall an.
  7. Die ganze Schere ins kochende Wasser legen. Die Stiftung Warentest warnt, dass Kunststoffgriffe dabei Schaden nehmen können; ins Wasser gehören nur Metallteile.

Wer diese sieben Punkte vermeidet und die Reihenfolge aus Reinigen, Desinfizieren, Schärfen und Fetten einhält, hat eine Schere, die viele Jahre sauber schneidet. Welche weiteren Pflegemittel in die Grundausstattung gehören, zeigt der Vergleich der Gartengeräte-Pflege.

Passende Produkte zu dieser Anleitung

FELCO

FELCO 2/3 Ersatzklinge für die Gartenscheren FELCO 2, 4 und 11

1,3SEHR GUT
FELCO FELCO 2/3 Ersatzklinge für die Gartenscheren FELCO 2, 4 und 11 — Geräte-Pflege
Preisca. 13–18 € auf Amazon DE (Stand: Oktober 2026)

Die FELCO 2/3 ist die Ersatz-Schneidklinge für drei FELCO-Scheren: laut Listing passt sie zu den Modellen 2, 4 und 11. Sie besteht aus gehärtetem Stahl und wird nach Anleitung des Herstellers eingebaut. Dass es sie gibt, gehört zum Konzept: FELCO betont in seinen FAQ, dass Klingen, Federn und Ersatzteile austauschbar sind, und gewährt auf die geschmiedeten Aluminiumteile eine lebenslange Garantie. Eine Schere, deren Schneide durch Draht, Steine oder jahrelanges Nachschärfen verschlissen ist, muss also nicht ersetzt werden. Für diese Anleitung ist die Klinge der Punkt, an dem Schärfen aufhört, sinnvoll zu sein: bei Kerben, Ausbrüchen oder einer Schneide, die nach vielen Schärfgängen ihre Form verloren hat. Der Austausch ist bei FELCO auf Zerlegen ausgelegt; nach dem Einbau wird das Spiel nach der beiliegenden Karte eingestellt. Auf Amazon DE hat die Klinge 4,7 von 5 Sternen bei 1.638 Bewertungen (Stand Oktober 2026). Wer eine FELCO 2 besitzt, sollte zudem wissen, dass diese im K-Tipp-Test nach dem Robustheitstest Rostflecken auf der Klinge zeigte, regelmäßiges Abwischen und Fetten zahlt sich also aus.

Passend für
FELCO 2, 4, 11 (Listing)
Material
gehärteter Stahl
Einbau
nach Herstelleranleitung

Stärken

  • Macht eine verschlissene Markenschere wieder voll nutzbar
  • Viele Bewertungen auf hohem Niveau
  • Teil eines Ersatzteilsystems mit Federn und weiteren Teilen

Schwächen

  • Passt nur zu drei FELCO-Modellen
  • Nach dem Einbau muss das Spiel neu eingestellt werden

Für wen geeignet

Besitzer einer FELCO 2, 4 oder 11, deren Schneidklinge Kerben hat oder nach vielen Schärfgängen nicht mehr sauber schneidet.

Wer nicht zugreifen sollte

Besitzer anderer FELCO-Modelle oder anderer Marken; die Klinge passt nur zu den genannten Scheren.

Gardena

Gardena Obermesser für Gartenschere Art.-Nr. 8701

2,0GUT
Gardena Gardena Obermesser für Gartenschere Art.-Nr. 8701 — Geräte-Pflege
Preisca. 7–12 € auf Amazon DE (Stand: Oktober 2026)

Das Gardena-Obermesser 8701 ist die Ersatzklinge für die Gardena Premium-Gartenschere BP 30 mit der Artikelnummer 8701-20. Laut Listing besteht es aus rostfreiem Edelstahl. Gardena weist im Gartenmagazin darauf hin, dass sich die Klingen bei Gardena-Gartenscheren einzeln austauschen lassen, und das Help Center rät bei stark abgenutzten Messern, deren plane Innenseite ballig geworden ist, ausdrücklich vom beidseitigen Nachschleifen ab, auch wegen der dann fehlenden Härte. Genau für diesen Fall ist ein Obermesser gedacht: Statt die verschlissene Schneide immer weiter herunterzuschleifen, wird das Messer ersetzt, und die Schere schneidet wieder mit einer intakten Klinge. Wichtig ist, vorher die Artikelnummer der eigenen Schere zu prüfen; das Messer passt nur zur BP 30. Auf Amazon DE hat es 4,0 von 5 Sternen bei 100 Bewertungen (Stand Oktober 2026), das ist der niedrigste Wert und die kleinste Datenbasis in dieser Anleitung. Woran sich die Kritik entzündet, lässt sich aus der Sternzahl nicht ablesen.

Passend für
Gardena Premium-Gartenschere BP 30 (Art. 8701-20)
Material
rostfreier Edelstahl (Listing)
Typ
Obermesser (Schneidklinge)

Stärken

  • Ersetzt eine verschlissene Schneide statt sie weiter herunterzuschleifen
  • Rostfreier Edelstahl laut Hersteller
  • Gardena sieht den Einzeltausch der Klingen ausdrücklich vor

Schwächen

  • Niedrigste Bewertung und kleinste Datenbasis in dieser Anleitung
  • Passt nur zur BP 30

Für wen geeignet

Besitzer einer Gardena Premium-Gartenschere BP 30, deren Obermesser Kerben hat oder auf der Innenseite ballig geschliffen ist.

Wer nicht zugreifen sollte

Besitzer anderer Gardena-Scheren; vor dem Kauf die Artikelnummer der eigenen Schere abgleichen.

FELCO

FELCO 903 Diamant-Schleifstein für Gartenscheren und Astscheren

1,3SEHR GUT
FELCO FELCO 903 Diamant-Schleifstein für Gartenscheren und Astscheren — Geräte-Pflege
Preisca. 19–25 € auf Amazon DE (Stand: Oktober 2026)

Der FELCO 903 ist ein 100 mm langer Schärfstein aus gehärtetem Stahl mit Diamantbeschichtung. Laut Listing ist er für Baum-, Reb- und Gartenscheren gedacht und dient sowohl zum Schärfen als auch zum Entgraten, also genau für die beiden Arbeitsgänge, um die es in dieser Anleitung geht. FELCO nennt ihn in seinen FAQ neben dem Korund-Stein 902 als Werkzeug zum Nachschärfen der eigenen Klingen. Diamant trägt auch auf hartem Klingenstahl zuverlässig ab, und weil die Beschichtung auf Stahl sitzt, bleibt die Arbeitsfläche eben. Die schmale Form erlaubt es, den Stein flach an die vorhandene Fase zu legen, wie FELCO es im Pflege-Blog empfiehlt, und den Grat auf der flachen Rückseite mit einem leichten Zug abzunehmen. Für LÖWE-Scheren ist zu beachten, dass LÖWE den eigenen Schärfer oder eine Diamantfeile empfiehlt; ein Diamantstein entspricht dieser Empfehlung eher als ein herkömmlicher Schleifstein. Auf Amazon DE hat der 903 4,7 von 5 Sternen bei 2.779 Bewertungen (Stand Oktober 2026). Wer andere Schärfer vergleichen möchte, findet sie im Schärfer-Vergleich.

Schleifmittel
Diamantbeschichtung auf gehärtetem Stahl (Hersteller)
Länge
100 mm
Einsatz laut Hersteller
Baum-, Reb- und Gartenscheren
Funktionen
Schärfen, Entgraten

Stärken

  • Vom Scherenhersteller für das Nachschärfen genannt
  • Viele Bewertungen auf hohem Niveau
  • Schärfen und Entgraten mit einem Werkzeug

Schwächen

  • Keine Körnungsangabe in den Herstellerdaten
  • Für große Schneiden zu klein

Für wen geeignet

Wer Garten-, Rosen- oder Astscheren regelmäßig selbst nachschärft und einen Stein für Schärfen und Entgraten in einem sucht.

Wer nicht zugreifen sollte

Wer Rasenmähermesser, Äxte oder Sensen schärfen will; dafür ist der kleine Stein nicht gedacht.

Häufig gestellte Fragen

Wie bekomme ich meine Gartenschere wieder scharf?

Zuerst gründlich reinigen, denn FELCO warnt ausdrücklich davor, eine schmutzige Klinge zu schärfen. Dann einen leicht angefeuchteten Stein flach an die vorhandene Fase der Schneide anlegen und in Schneidrichtung führen, erst mit der groben, dann mit der feinen Seite. Bei Bypass-Scheren nur die angeschliffene Seite bearbeiten, zum Schluss den Grat auf der flachen Seite mit einem leichten Zug abnehmen.

Womit entferne ich Harz von der Gartenschere?

Gardena nennt Kriechöl oder Spiritus, FELCO einen biologisch abbaubaren Harzlöser. Laut Stiftung Warentest empfehlen manche Anbieter Waschbenzin oder Olivenöl. Wichtig ist, das Mittel kurz einwirken zu lassen und danach gründlich abzuwischen. Besonders hartnäckige Beläge sitzen oft an Gegenklinge und Amboss; dort hilft es, die Schere zu zerlegen.

Wie desinfiziere ich eine Gartenschere richtig?

Die Landwirtschaftskammer NRW nennt 70-prozentigen Alkohol mit einer Minute Einwirkzeit, die LfL Bayern ebenfalls 70-prozentigen Alkohol. Die Stiftung Warentest rät, die Schere etwa zehn Minuten in Reinigungsalkohol oder Spiritus zu legen oder etwas kürzer in kochendes Wasser zu halten. Danach trocknen und ölen.

Reicht Handdesinfektionsmittel für die Gartenschere?

Nein. Die Stiftung Warentest schreibt, dass sich Handdesinfektionsmittel und Schnaps nicht eignen, weil sie die Klingen nicht gründlich genug desinfizieren. Besser sind 70-prozentiger Alkohol, Reinigungsalkohol oder Spiritus. FELCO nennt zusätzlich 70-prozentigen Isopropylalkohol, der schnell verdunstet und die Klinge wenig angreift.

Wie oft sollte man eine Gartenschere desinfizieren?

Laut Stiftung Warentest wenigstens einmal im Jahr, etwa vor dem größeren Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, und immer dann, wenn kranke Pflanzenteile geschnitten wurden. Gardena rät ebenfalls zur Desinfektion vor dem ersten Schnitt der Saison und nach dem Schnitt kranken Holzes. Bei Feuerbrand verlangen die Pflanzenschutzdienste die Desinfektion nach dem Schnitt.

Darf ich die Gegenklinge einer Bypass-Schere schärfen?

Nein. FELCO schreibt, die Gegenklinge werde weder gefeilt noch geschärft, und auch Gardena lässt sie ausdrücklich unbearbeitet. Geschärft wird nur die angeschrägte Seite der Schneidklinge. Bei Amboss-Scheren bleibt der Amboss ebenso unberührt; er wird nur gereinigt und auf Beschädigungen geprüft.

Was tun, wenn die Gartenschere schwergängig ist?

Die Stiftung Warentest rät, zuerst sichtbaren Rost und Schmutz zu entfernen und dann Öl einwirken zu lassen. Reicht das nicht, wird die Schere zerlegt, gereinigt, gut gefettet und wieder zusammengebaut. Hakt oder verkantet sie danach immer noch, empfiehlt LÖWE den Tausch der betroffenen Ersatzteile.

Welches Öl ist für die Gartenschere geeignet?

Die Stiftung Warentest empfiehlt nach dem Putzen etwas Öl, das vor Rost schützt und die Gelenke leichtgängig macht. FELCO spricht vom Fetten aller Teile und nennt das eigene Fett FELCO 990. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz erwähnt Kombi-Sprays, die gleichzeitig reinigen und ölen. Wichtiger als die Marke ist, dass das Mittel für Metall gedacht ist und dünn aufgetragen wird.

Wann sollte ich die Klinge tauschen statt schärfen?

Wenn die Klinge Kerben oder Ausbrüche hat oder ihre flache Innenseite bereits ballig geschliffen ist. Gardena rät in diesem Fall vom beidseitigen Nachschleifen ab, auch wegen der dann fehlenden Härte. Bei vielen Markenscheren gibt es Ersatzklingen, etwa die FELCO 2/3 für die Modelle 2, 4 und 11 oder das Gardena-Obermesser für die BP 30.

Kann ich die Gartenschere in kochendes Wasser legen?

Für die Metallteile ja: Gardena nennt zehn Minuten in kochendem Wasser als Alternative zum Alkohol, die Stiftung Warentest eine etwas kürzere Zeit als beim Einlegen in Alkohol. Warentest warnt aber, dass kochendes Wasser Kunststoffgriffe beschädigen kann. Am sichersten ist es deshalb bei zerlegter Schere und nur mit den Metallteilen.

Rostet eine hochwertige Gartenschere?

Ja, auch gute Scheren können rosten. FELCO schreibt, die eigenen Stahlklingen rosteten in feuchter oder salzhaltiger Umgebung normalerweise, und rät, sie nach jedem Gebrauch abzuwischen und zu fetten. Im K-Tipp-Test, den die Stiftung Warentest übernommen hat, zeigte die Felco 2 nach dem Robustheitstest Rostflecken auf der Klinge.

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Quellen & weiterführende Lektüre

Diese Empfehlung beruht auf den folgenden öffentlich zugänglichen Quellen, die wir ausgewertet und gewichtet haben. Eigene Test­ergebnisse geben wir nicht wieder.

  1. Landwirtschaftskammer NRW: Feuerbrand an Obst- und Ziergehölzen – Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol desinfizieren, 1 Minute Einwirkzeit · Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen · Abgerufen 2026-10
  2. LfL Bayern: Feuerbrand im Haus- und Kleingarten – Schere, Säge und andere Geräte nach Gebrauch desinfizieren, z. B. mit 70-prozentigem Alkohol · Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) · Abgerufen 2026-10
  3. Stiftung Warentest: FAQ Gartenschere – Reinigung, Harz, schwergängige Schere, Desinfektion, Nachschleifen, Ersatzklinge · Stiftung Warentest · Abgerufen 2026-10
  4. Stiftung Warentest: Gartenscheren im Test – K-Tipp prüft zehn Gartenscheren, Rost nach Robustheitstest, Pflegetipps (2026) · Stiftung Warentest / K-Tipp · Abgerufen 2026-10
  5. Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Sinnvolle Werkzeuge für den Schnitt – Klinge reinigen, bewegliche Teile ölen, Spiel nachjustieren, Verschleißteile tauschen · Gartenakademie Rheinland-Pfalz (DLR) · Abgerufen 2026-10
  6. Bayerische Gartenakademie (LWG): GartenCast „Obstbäume im Winter pflegen“ – Gartengeräte reinigen und ölen, Scheren schärfen und desinfizieren · Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) · Abgerufen 2026-10
  7. DGUV Information 209-002 „Schleifen“ (PDF, Juni 2023): Schutzbrille bei Schleifarbeiten, Schleiffunken als Zündquelle · Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), über BGHM · Abgerufen 2026-10
  8. FELCO: How to Sharpen and Maintain Pruning Tools (englisch) – nie schmutzig schärfen, Werksfase, Gegenklinge nicht schärfen, Desinfektion · FELCO SA · Abgerufen 2026-10
  9. FELCO: FAQ – wann nachschärfen, Spiel justieren, Schere nach dem Winter zerlegen und fetten, Ersatzteile · FELCO SA · Abgerufen 2026-10
  10. Gardena-Gartenmagazin: Schneidgeräte für den Saisonstart vorbereiten – Harz lösen, desinfizieren, schärfen, Bypass und Amboss · GARDENA · Abgerufen 2026-10
  11. Gardena Help Center: Messer von Garten-, Ast- oder Heckenschere nachschleifen – Außenseite zuerst, Grat, ballige Klingen · GARDENA · Abgerufen 2026-10
  12. Original LÖWE: FAQ – Klingenschärfer, Amboss- und Bypass-Klingen, Reinigung, Ersatzteile über die Produktnummer · Gebr. Schröder GmbH (Original LÖWE) · Abgerufen 2026-10